Du bist in deiner Beziehung nicht glücklich oder sogar unglücklich? Schaffst es aber nicht, von ihm oder ihr wegzukommen? Deine Gedanken kreisen dauernd um ihn? Du richtest dein Leben nach seinen Wünschen aus?

In diesem Artikel erfährst du, ob du emotional abhängig bist und was du tun kannst, um dich davon zu lösen.

Es sind oft die Frauen, die sich in Beziehungen dem Mann unterwerfen und die Eigenständigkeit in der Beziehung aufgeben. Von außen betrachtet scheint in der Beziehung alles in Ordnung zu sein. Doch häufig ist einer der beiden vom anderen emotional abhängig und gibt sich in der Beziehung völlig auf.


Was ist emotionale Abhängigkeit?

Unter emotionaler Abhängigkeit (emotional dependency) wird die einseitige, übertriebene Abhängigkeit von einem anderen Menschen verstanden, die sich in großer Angst vor dem Verlassen werden und der Vernachlässigung der eigenen Interessen bis hin zur völligen Selbstaufgabe äußert.

Emotionale Abhängigkeit hat ihre Ursachen häufig in einer tiefergehenden Persönlichkeitsstörung und einem stark verminderten Selbstwertgefühl. Emotional abhängige Menschen benötigen den Partner, um eigene Unsicherheiten, Selbstzweifel oder ein geringes Selbstwertgefühl zu kompensieren.

Bereits der Gedanke an das Ende der Beziehung oder den Verlust des Partners führt zu großen Ängsten und Unsicherheiten. Emotional abhängige Menschen haben das Gefühl, nicht ohne den Partner existieren zu können. Sie zeigen ein unterwürfiges Verhalten, klammern sich an den Partner und versuchen alles, um den Partner nicht zu verlieren. Kommt es doch zu einer Trennung vom Partner, drehen sich alle Gedanken auch Wochen später noch um die alte Beziehung und es gelingt nicht, ein neues, eigenständiges Leben aufzubauen, 

(Quelle: Lexikon der Psychologie)

Bis zu einem gewissen Maß kommt emotionale Abhängigkeit in jeder Beziehung vor und wirkt sogar stabilisierend. Das ist Ausdruck und Bestandteil der Liebe, die Partner füreinander empfinden. Das heißt, ihr seid in gewissen Dingen beide aufeinander angewiesen, ohne euch dabei gegenseitig in irgendeiner Form einzuschränken. Ein gesundes Geben und Nehmen einfach. Und wenn es darauf ankommt, kannst du trotzdem selbstständig und alleine sein.

Problematisch wird es, wenn die Abhängigkeit entweder dazu führt, dass ein Partner immer unglücklicher wird oder wenn ein Partner die Abhängigkeit für sich ausnutzt.


Was sind typische Merkmale, wenn eine Person emotional abhängig ist?

  • Entzugssymptome: Schon der Gedanke an das Ende der Beziehung führt zu einem Gefühl der Hilflosigkeit, verschiedenen negativen Emotionen und großen Ängsten.
  • Zwanghaftes verhalten, sich selbst aufgeben oder sich unterwerfen, starkes Klammern. Dies ist oft verbunden mit dem Glauben, ohne en andern nicht leben zu können.
  • Kontrollverlust: Obwohl die emotional abhängige Person vom Verstand her weiß, dass die Beziehung ihr nicht guttut, schafft sie es nicht, die Beziehung zu beenden oder auf ein Normalmaß zurück zu führen.
  • Starke Eifersucht

Was sind Anzeichen, ob Du emotional Abhängig bist?


    1. Du bist in deiner Beziehung und mit deinem Partner eher unglücklich als glücklich
    2. Du glaubst, du könntest mit deinem Partner glücklich werden, würde er sich nur ein wenig ändern
    3. Du bist überzeugt, die Liebe sei es wert, alles für sie zu tun und alles zu opfern
    4. Du hast diesen Wunsch, den Partner zu ändern, auch in früheren Beziehungen erlebt
    5. Du stellst dir oft eine ganz andere Beziehung mit deinem Partner vor als du tatsächlich führst.
    6. Dein Partner schwächt immer wieder dein Selbstwertgefühl und oft fühlst du dich einsam und unverstanden
    7. Du hast Probleme mit dem Alleinsein. Vielleicht empfindest du das Allein-Sein sogar als Qual und du weißt absolut nichts mit dir anzufangen.
    8. Du bist anderer Meinung, aber trotzdem gibst du deinem Partner recht
    9. Du passt dich zu sehr an das Leben deines Partners an
    10. Du stellst deine eigenen Bedürfnisse hinten an
    11. Du lässt Dich durch schöne Worte deines Partners besänftigen, obwohl er diese durch sein Verhalten nicht bestätigt.
    12. Du betreibst nur noch wenig oder gar keine sozialen Kontakte mehr
    13. Du musst ständig deinen Partner kontrollieren um zu wissen wo er steckt
    14. Du machst manchmal deinen Partner für dein Unglücklich-Sein verantwortlich
    15. Du bist sehr besitzergreifend und fürchtest manchmal, ohne deinen Partner nicht überleben zu können.
    16. Du hast das Gefühl. ohne deinen Partner ist dein Leben nichts wert.
    17. Du benötigst von deinem Partner und deiner Umwelt viel Anerkennung, um dich gut zu fühlen.

Quelle: Pixabay


Spätestens wenn der Körper reagiert, ist wirklich Schluss mit lustig

Der Körper ist ein guter Hinweis-Geber, ob unser Leben in Balance ist (Gesunder Körper) oder ob etwa aus den Fugen geraten ist (körperliche Symptome). Menschen, die emotional abhängig sind, zeigen eines oder mehrere dieser Symptome:

  • Innere Unruhe
  • Ständige Nervosität
  • Ständige Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit und hoher Gewichtsverlust
  • Das Gegenteil: Essattacken und starke Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Höre genau auf deinen Körper. Er ist dein Freund und will dich mit den Anzeichen auf etwas aufmerksam machen.

Achtsamkeitsübung: Nimm dir einen Augenblick der Ruhe und höre / spüre genau hin. Was will dein Körper dir zeigen / sagen?

Viele Betroffene merken es kaum, dass sie emotional abhängig sind

Wie erkennst du es also?

Es kann sein, dass du betroffen bist, es aber gar nicht merkst. Oft erkennen es die Betroffenen zuletzt.

Wenn du dich in der Beziehung nicht so gut fühlst, wie du könntest, dass irgendetwas viel zu anstrengend und mühsam ist, um richtig zu sein, dann bist du emotional abhängig.

Woher kommt emotionale Abhängigkeit?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen und diese haben oft mit einem Gefühl des Mangels zu tun.

Hier sind 4 Gründe, warum Menschen emotional abhängig werden:

1) Mangelndes Selbstwertgefühl:

Das ist wohl einer der größten Gründe für emotionale Abhängigkeit. Menschen, die emotional abhängig sind, haben den Glauben daran aufgegeben, dass sie das Leben allein meistern können

Hast du Angst bei dem Gedanken, dein Leben selbst bestimmt zu führen? Es kann sein, dass du dich in deiner Kindheit zu stark an die Wünsche deiner Eltern angepasst hast. So hast du das Gefühl vermittelt bekommen, etwas wert zu sein. Oder umgekehrt haben deine Eltern mit Liebesentzug reagiert, wenn du die Wünsche und Erwartungen deiner Bezugsperson nicht erfüllt hast.


2) Abhängigkeits-Strukturen aus Deiner Kindheit:

Waren deine Bezugspersonen selbst emotional abhängig? Was hast du bei deiner Mutter oder Vater gesehen. Hat sich die Mutter zu viel gefallen lassen. Hast du ihre Sehnsucht und ihre Verzweiflung gespürt? Dann hast du dies durch Beobachtung als völlig normal empfunden und es dir unbewusst selbst antrainiert.


3) Tiefsitzende Verlustängste:

Hast du schon früh in deinem Leben Verluste hinnehmen müssen? Ein Elternteil ist gegangen oder gestorben, die Eltern waren abwesend oder „nicht verfügbar“, Freunde haben dich betrogen, oder du wurdest von Partnern betrogen oder verlassen. Für solch tiefsitzende Gefühle der Verlustangst gibt es viele Ursachen. Sie brennen tief in der Seele und vermutlich lässt du dich davon unbewusst steuern.


4) Probleme mit dem Alleinsein:

Ein weiterer Grund ist, dass du nur schwer alleine sein kannst. Und wenn du es mal bist, dann kannst du nur schwer etwas mit dir anfangen. Um die schlechten Gefühle der Einsamkeit und inneren Unruhe auszugleichen, wünscht du dir, dass dein Partner oder deine Freunde stets verfügbar für dich sein müssen. Wenn sie es nicht sind, dann bist du verletzt und enttäuscht. Vielleicht reagierst du sogar zickig.


Quelle: Pixabay


Wege aus der emotionalen Abhängigkeit

Es ist viel einfacher, unabhängig zu sein, als es scheint und viel weniger gefährlich, als es sich gerade für dich anfühlt. Du brauchst keine Angst davor zu haben, dass du dich nun von bestimmten Menschen trennen oder ihnen gegenüber verantwortungslos werden sollst.

Ganz im Gegenteil:

Durch die eigene Unabhängigkeit wirst du dich sogar STÄRKER mit anderen Menschen verbinden können.

Wenn du erst einmal weißt, wie du dir deine eigene Freiheit und Unabhängigkeit bewahrst, wirst du auch deine Beziehungen in einem neuen Licht erblicken.


7 praktische Tipps, wie Du emotional unabhängiger wirst


1) Bewusstsein schulen

Wenn du bewusst bist, hast du die Macht, dich aus Deiner Abhängigkeit zu befreien.

Wenn du emotional abhängig bist, dann sind deine Gedanken ständig bei der anderen Person. Alles, was er oder sie sagt oder tut sind für dich wichtig und beeinflussen deine Gefühle. Dadurch gibst du die Macht über dich und dein Leben an den anderen ab.

Hier liegt deine Chance: mach dir BEWUSST, was da genau passiert. Hole dir die Macht zurück und werde dir bewusst, welche Gedanken, Handlungen und Gefühle du in Bezug auf die andere Person hast.

Wie machst du dir etwas BEWUSST: Durch genaue Beobachtung. Was genau denke ich? Ist das wahr oder interpretiere ich etwas in die Situationen und Aussagen hinein?

Wenn es wahr ist, kann es ziemlich schmerzhaft sein. Damit du es ändern kannst, ist es unbedingt notwendig, das du dich damit auseinandersetzt. Das Universum macht keine Fehler. Also soll es aus irgendeinem Grund so sein. Stell Dir folgende Fragen: Was gibt es zu lernen an dieser Situation. Was ist die Chance zu wachsen?

Wenn du es interpretierst, hinterfrage, warum du es interpretierst. Willst du Recht haben oder glücklich sein?


2) Finde die Ursache

Es gibt die unterschiedlichsten Ursachen für emotionale Abhängigkeit. Was ist DEINE Ursache?

Ist es eher eine tief sitzende Verlustangst? Oder hast du Angst vor dem Alleine sein? Oder ist es eine Kombination aus beiden?

Das ist der erste Schritt. Wenn du die Ursache kennst, dann kannst du das Thema bei der Wurzel packen. Aus irgendeinem Grund hast du – wahrscheinlich schon recht früh – gelernt, dich emotional abhängig zu machen. Damit hast du versucht negative Erfahrungen oder ein Gefühl des Schmerzes zu kompensieren. Zum Zeitpunkt des Entstehens war das eine kluge Strategie und das Beste, was du machen konntest. Jetzt ist das Verhalten für dich aber nicht mehr nützlich, ja vielleicht macht es dich sogar noch einsamer.

Mit folgenden Fragen findest du die Ursachen heraus:

a) Welche Situationen fallen dir ein, wo du dich schlecht fühlst, nervös wirst und dich innerlich leer fühlst? Je konkreter du es beschreibst, umso besser.

b) Lasse die Situation in Zeitlupe nochmal vor deinem geistigen Auge ablaufen: Was passiert bevor das Gefühl entsteht? Welche Handlungen kannst du beobachten? Welche Gedanken machst du dir dazu?

c) Wie versuchst du, dieses Gefühl zu verbessern bzw. erträglich zu machen? (Beispiel: wütend werden, jammern, klammern, Rückzug…)

Diese Bewusstseins-Übung ist am Anfang etwas herausfordernd. Schon mit ein wenig Übung wird es dir immer besser gelingen. Es lohnt sich dran zu bleiben, denn es ist die Basis für deine Transformation.


3) Nimm das Gefühl bewusst wahr

Auch wenn du normalerweise das unangenehme Gefühl loswerden möchtest. Halt einen Moment inne und konzentriere dich auf das Gefühl. Wo im Körper sitzt es? Hat es eine Form, Farbe, Größe…?

Es könnte z.B. ein roter Steinbrocken im Hals sein, oder ein grauer Nebel im Herzbereich. Alle Bilder sind okay. Nimm Sie wahr, ohne Sie zu bewerten.

Manchmal reicht das Wahrnehmen schon, um eine Verbesserung zu erzielen.


4) Das Gefühl transformieren

Frage die Gestalt, was sie braucht. Dies kann ein Licht, eine Farbe, eine Umarmung, Liebe, Respekt… sein. Oder ein Instrument, wie. z.B. einen Presslufthammer, um den Gesteinsbrocken zu zerkleinern. Lass Deiner Fantasie freien Lauf und geh mit den Bildern. Mache dies so lange, bis es sich deutlich besser anfühlt.


5) Das Geheimnis der Eigenverantwortung

Wenn du emotional abhängig bist, dann erwartest du von Anderen, dass sie für dein Glück sorgen. Dass das nicht funktioniert, hast du wahrscheinlich schon festgestellt. Also ist es jetzt an der Zeit, dass du für dein Glück selbst sorgst.

Was macht dir Spaß? – auch OHNE die Person, von er du abhängig bist.

Welches neue Hobby würde dich erfreuen?

Welche Ziele kannst du dir setzen?

Wie kannst du dich belohnen und anerkennen, wenn du es umgesetzt hast?

Tipp: Schreib dir jeden Tag auf, wofür du dankbar bist und wofür du dich selbst anerkennst.


6) Lerne das Alleinsein zu genießen

Eine meiner Übungen, die ich im Rahmen eines Coaching-Prozesses machen durfte war Folgende: ich sollte das ganze Wochenende zu Hause bleiben. Ohne Ablenkung. Das hieß: keine Fernseher, kein Handy, kein Buch, keine Putz-Aktionen oder sonstiges. Nur ich mit mir und meinen Gedanken und Gefühlen.

Zunächst habe ich lange und intensiv geweint und mich bedauert, welch armes, einsames Hascherl ich bin. Das hat einige Zeit in Anspruch genommen. Irgendwann habe ich mich entschieden, hinzuspüren, wie es sich WIRKLICH anfühlt, mit mir zu sein.

Ohne meine Sehnsucht und Angst.

Einfach in diesem Moment. Es hat sich ein unglaublicher Frieden eingestellt. Ich war gerne mit mir allein!!! Und mittlerweile brauche ich sogar viel Zeit mit mir alleine- um herunterzufahren, nachzudenken, wieder bei mir anzukommen.

Probiere es aus. Es lohnt sich!

7) Hör auf alles kontrollieren zu wollen!!

Prüfst du in WhatsApp nach, wann dein Liebster das letzte Mal online war? Oder schaust Du in sämtlichen sozialen Medien nach Aktionen von ihm.

Lass es!!

Das tut Dir nicht gut! Denn das ist ein ungesundes Verhalten und bestärkt nur die Eifersucht.
Erteile dir selbst ein Kontroll-Verbot. Der andere hat das Recht zu tun und lassen, was er will. Ebenso wie du das gleiche Recht hast.

Wie schaffst du das?

Lege deine Hand aufs Herz und nimm Kontakt mit deinem Körper auf. Atme ruhig 2-3 Mal tief ein, bis du verbunden bist (mit etwas Übung geht es bald viel schneller). Frage deinen Körper: Was ist jetzt richtig? Was könnte es mir jetzt leichter machen? Und lausche auf die Impulse, die kommen. Setze diese Impulse um. Es kommen die verrücktesten Dinge heraus.

Wenn das Gedankenkarussell nicht stoppen mag: Hebe die Hand und sag laut „STOPP“. Danach denkst du einen wunderschönen Gedanken. Lenke deine Aufmerksamkeit um.

Jetzt kannst du deine Unabhängigkeit genießen.
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Du hast jetzt eine ganze Menge an Werkzeugen und Tipps, wie du aus deiner emotionalen Abhängigkeit herauskommst.

Nimm dir jeden Tag einen kleinen Schritt vor. Und mache dir Abends deine Fortschritte bewusst.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Weg.

Wenn Du mehr über mich und mein Angebot wissen möchtest: www.wieder-gluecklich.com 

Bei Fragen kannst Du mich gerne kontaktieren. hallo@wieder-gluecklich.com

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